Die Errichtung eines Trusts in Mauritius umfasst eine Reihe aufeinanderfolgender Schritte: Entgegennahme der Anweisungen des Settlors, Einholung der KYC-Unterlagen aller Beteiligten, Erstellung und Prüfung der Trusturkunde, Ausführung und (optionale) Registrierung des Trusts sowie Aufbau der Banking- und Verwaltungsinfrastruktur des Trusts. Der gesamte Zeitrahmen hängt maßgeblich von der Komplexität der Trusturkunde, der Anzahl der Beteiligten und der Geschwindigkeit ab, mit der die KYC-Unterlagen zusammengestellt werden. Ein unkomplizierter Discretionary Trust lässt sich innerhalb von 4–6 Wochen errichten; komplexe Strukturen mit mehreren Beteiligten, ungewöhnlichen Bestimmungen oder umfangreichen Vermögensübertragungen können 8–16 Wochen oder länger in Anspruch nehmen.
Phase 1: Strukturkonzeption und KYC-Onboarding
Die erste Phase umfasst eine ausführliche Besprechung mit dem Mandanten und seinen Beratern, um die Ziele des Trusts, die Art und den Standort der einzubringenden Vermögenswerte, die Identität und Verhältnisse der Begünstigten sowie etwaige spezifische Anforderungen an Governance oder Nachfolge zu verstehen. CTM erstellt ein Struktur-Memorandum, das den vorgeschlagenen Trust-Rahmen umreißt – einschließlich der Frage, ob ein Protector bestellt werden sollte, ob die Struktur eine zugrunde liegende Gesellschaft umfassen sollte, und welcher Trust-Typ (Discretionary, Fixed, Purpose oder eine Kombination) am besten geeignet ist.
Nach Einigung über die Struktur übermittelt CTM seine personalisierte KYC-Checkliste, die alle Beteiligten abdeckt. Für private Settlors, Begünstigte und Protectors gelten die Standardanforderungen der persönlichen KYC-Prüfung. Für zugrunde liegende Gesellschaften oder PTCs, die Teil der Struktur sind, gelten die Anforderungen der Unternehmens-KYC-Prüfung. Die Phase der KYC-Einholung ist die bedeutendste Variable im gesamten Zeitplan und sollte eingeleitet werden, sobald die Struktur vereinbart ist, idealerweise bevor die formale rechtliche Erstellung der Urkunde beginnt.
Die interne AML/CFT-Compliance-Prüfung von CTM läuft parallel zur Einholung der Unterlagen. Ist eine verstärkte Sorgfaltspflicht erforderlich – etwa bei PEP-Mandanten oder bei Mandanten mit komplexer Vermögensherkunft –, ist vor der Errichtung des Trusts eine Freigabe durch die Geschäftsleitung erforderlich. CTM kommuniziert etwaige Compliance-Anforderungen dem Mandanten und seinen Beratern gegenüber transparent und zeitnah.
Phase 2: Rechtliche Erstellung der Urkunde und Ausführung der Dokumente
Sobald die KYC-Freigabe erteilt ist (oder so weit fortgeschritten, dass die rechtliche Erstellung parallel dazu erfolgen kann), erstellt das Rechtsteam von CTM die Trusturkunde. Die Trusturkunde wird auf die konkreten Ziele der Struktur abgestimmt und regelt: den Namen des Trusts, das anwendbare Recht (Recht von Mauritius gemäß dem Trusts Act 2001), das Trustvermögen, die Befugnisse und Pflichten des Trustees, die Ansprüche der Begünstigten, die Befugnisse des Protectors (sofern zutreffend), die Bestimmungen zur Änderung und Beendigung sowie den Mechanismus zur Streitbeilegung. Der Entwurf wird dem Mandanten und seinen Rechtsberatern zur Prüfung und Stellungnahme übermittelt.
Sobald die Trusturkunde finalisiert ist, wird die Ausführung koordiniert. Die Trusturkunde muss vom Settlor und vom Trustee (CTM) unterzeichnet werden. Ist ein Protector bestellt, wird dessen Unterschrift in der Regel ebenfalls in dieser Phase eingeholt. Je nach Rechtsordnung des Settlors kann die Ausführung in Mauritius oder aus der Ferne mit den entsprechenden Zeugen- und Beurkundungsanforderungen erfolgen. Der Letter of Wishes wird in dieser Phase erstellt und vom Settlor unterzeichnet.
Zu den parallel erstellten Nebendokumenten zählen: das Verzeichnis der anfänglichen Trustvermögenswerte, die Annahmeprotokolle des Trustees, etwaige Anlagerichtlinien oder Verwaltungsvorgaben sowie die Korrespondenz mit den Verwahrstellen der zugrunde liegenden Vermögenswerte zur Einleitung der Übertragung.
Phase 3: FSC-Registrierung und aufsichtsrechtliche Meldungen
Trusts, die von einem lizenzierten Trustee in Mauritius im Rahmen eines Global-Business-Kontexts verwaltet werden, müssen bei der FSC Mauritius registriert werden. CTM erstellt und reicht den FSC-Registrierungsantrag für den Trust im Rahmen der Trusterrichtungsdienstleistung ein. Der Antrag umfasst die Trusturkunde, die KYC-Unterlagen aller Beteiligten sowie eine Beschreibung der Vermögenswerte und Tätigkeiten des Trusts. Die FSC-Registrierung eines Standard-Trusts wird in der Regel innerhalb von 2 bis 3 Wochen bearbeitet.
Je nach Struktur können zusätzliche aufsichtsrechtliche Meldungen erforderlich sein. Hält der Trust beispielsweise Anteile an einer mauritischen GBC, muss das Aktionärsregister der Gesellschaft aktualisiert und die FSC über die Änderung des wirtschaftlichen Eigentums informiert werden. Hält der Trust Anteile an einer ausländischen Gesellschaft, sind die Vorschriften der betreffenden Rechtsordnung zur Offenlegung des wirtschaftlichen Eigentums zu berücksichtigen. CTM koordiniert sich bei Bedarf mit lokalen Rechtsberatern in den betreffenden Rechtsordnungen.
Bei Trusts mit Bezug zu unbeweglichem Vermögen in Mauritius muss eine notarielle Übertragungsurkunde von einem mauritischen Notar erstellt und beim Registrar General registriert werden. Dieser Schritt kann den Gesamtzeitplan je nach Komplexität der Vermögensübertragung und Verfügbarkeit des Notars um 2 bis 4 Wochen verlängern.
Phase 4: Vermögensübertragung und Kontoeröffnung
Die tatsächliche Übertragung von Vermögenswerten in den Trust – die „Einbringung“ (Settlement) – erfolgt, nachdem die Trusturkunde unterzeichnet wurde. Bei Bareinbringungen überweist der Errichter (Settlor) die Mittel direkt auf das Bankkonto des Trusts. Bei der Einbringung von Anteilen werden Anteilsübertragungsformulare unterzeichnet und das Gesellschaftsregister aktualisiert, sodass der Trustee als Anteilseigner eingetragen ist. Bei Immobilien wird die notarielle Übertragungsurkunde beim Registrar General eingetragen und der Eigentumstitel entsprechend aktualisiert. Für andere Vermögensklassen wird die jeweils erforderliche Übertragungs- oder Abtretungsdokumentation erstellt.
Die Eröffnung des Bankkontos für den Trust folgt einem ähnlichen Verfahren wie die Eröffnung eines Bankkontos für ein Unternehmen. Der Trustee (CTM) stellt im Namen des Trusts den Antrag bei der gewählten Bank und legt dabei die Trusturkunde, die KYC-Unterlagen aller Beteiligten sowie eine Beschreibung der voraussichtlichen Bankaktivitäten des Trusts vor. Da CTM eine etablierte Verwaltungsgesellschaft mit bestehenden Bankbeziehungen ist, verläuft der Prozess für Trust-Bankkonten in der Regel etwas schneller als bei neu gegründeten Unternehmen – üblicherweise 3 bis 6 Wochen ab Antragstellung.
Sobald das Bankkonto betriebsbereit ist, wird die erste Einbringung entgegengenommen und der Trust wird vollständig wirksam. CTM stellt dem Kunden und seinen Beratern eine Bestätigung der Trusterrichtung aus und richtet das laufende Verwaltungsprogramm für den Trust ein, einschließlich Buchhaltung, Jahresberichterstattung und regelmäßiger Überprüfungen durch den Trustee.
Zeitplan nach Phasen
1
1–5 Tage
1. Erste Anweisungen
Erste Konsultation zwischen dem Settlor (bzw. seinem Rechtsberater) und dem vorgesehenen Trustee zur Besprechung der Struktur, der Ziele und der wesentlichen Bedingungen des Trusts. Zentrale Entscheidungen in dieser Phase: Discretionary oder Fixed Trust, Kreis der Begünstigten, Bestellung eines Protectors, Letter of Wishes, anwendbares Recht, initial einzubringende Vermögenswerte sowie etwaige Sonderbestimmungen (Spendthrift-Klauseln, Anti-Bartlett-Bestimmungen, vorbehaltene Befugnisse). Üblicherweise wird ein Term Sheet oder Instruction Letter erstellt, das dem Urkundenverfasser als Grundlage dient.
2
1–4 Wochen
2. Einholung der KYC-Unterlagen
Einholung und Einreichung der KYC-Unterlagen für alle Beteiligten: Settlor, Begünstigte, Protector (sofern vorhanden) sowie den Trustee (falls eine PTC errichtet wird). Diese Phase liegt am stärksten im Einflussbereich des Mandanten und ist die häufigste Quelle von Verzögerungen. Ein vollständiges KYC-Paket, das von Anfang an eingereicht wird – beglaubigte Dokumente, Nachweise zur Vermögensherkunft, Referenzen –, minimiert Rückfragen. Der Trustee darf die Bestellung rechtlich erst annehmen und mit der Arbeit an der Trusturkunde erst beginnen, sobald die KYC-Prüfung zufriedenstellend abgeschlossen ist.
3
5–15 Werktage
3. KYC-Prüfung und Annahme durch den Trustee
Der Trustee führt seine interne Compliance-Prüfung der KYC-Unterlagen durch. Bei einem lizenzierten professionellen Trustee umfasst dies eine AML/CFT-Risikobeurteilung, die Freigabe durch den Compliance-Beauftragten und bei höherem Risiko oder komplexeren Fällen die Prüfung durch ein Compliance-Komitee. Der Trustee bestätigt die Annahme der Bestellung förmlich, sobald die KYC-Prüfung abgeschlossen ist. Rückfragen oder Anforderungen zusätzlicher Informationen können diese Phase verlängern.
4
5–10 Werktage
4. Erstellung der Trusturkunde
Sobald die KYC-Prüfung abgeschlossen ist, wird die Trusturkunde vom Rechtsteam des Trustees (oder von unabhängigen, vom Trustee oder vom Berater des Settlors beauftragten Rechtsanwälten) erstellt. Die Urkunde wird gemäß den vereinbarten Anweisungen erstellt und enthält die gewählten Bestimmungen: Zweck des Trusts, Befugnisse des Trustees, Kreis der Begünstigten, Bestellung und Abberufung des Protectors, Anlagebefugnisse, Ausschüttungsbestimmungen sowie sonstige nach dem Trusts Act 2001 erforderliche Standardbestimmungen.
5
3–10 Werktage
5. Prüfung und Verhandlung
Der Entwurf der Trusturkunde wird dem Settlor und seinem Rechtsberater zur Prüfung übermittelt. Diese Phase kann kurz ausfallen, wenn die Parteien einig sind, oder sich verlängern, wenn der Settlor bestimmte Bestimmungen verhandeln möchte, sein externer Steuer- oder Rechtsberater Anmerkungen einbringt oder ungewöhnliche Bestimmungen zu berücksichtigen sind. Bei komplexen Trusts sind mehrere Überarbeitungsrunden nicht ungewöhnlich. Auch der Letter of Wishes – ein gesondertes, unverbindliches Dokument, das die Wünsche des Settlors zum Ausdruck bringt – wird in der Regel in dieser Phase entworfen und ausgearbeitet.
6
1–5 Tage
6. Ausführung
Sobald alle Parteien den endgültigen Entwurf genehmigt haben, wird die Trusturkunde ausgeführt. In Mauritius ist eine notarielle Beurkundung der Trusturkunde gesetzlich nicht erforderlich, sie muss jedoch vom Settlor und vom Trustee (sowie von etwaigen Mit-Trustees oder Protectors, deren Unterschrift erforderlich ist) unterzeichnet werden. Befinden sich die Parteien in unterschiedlichen Rechtsordnungen, kann die Ausführung per Gegenausfertigung erfolgen (jede Partei unterzeichnet ihre eigene Kopie). Das Datum der Ausführung ist das Datum, an dem der Trust entsteht.
7
1–3 Werktage
7. Optionale Registrierung
Die Registrierung eines Trusts beim Registrar-General in Mauritius ist nach dem Trusts Act 2001 optional, kann jedoch für bestimmte Zwecke sinnvoll sein – etwa zur Erlangung einer „Trustee Registration Number“, zur Erleichterung der Übertragung von unbeweglichem Vermögen in Mauritius oder zur Erfüllung der Anforderungen bestimmter Geschäftspartner oder Banken. Ist eine Registrierung erforderlich, wird die Trusturkunde (oder ein Memorandum of Trust) beim Registrar-General hinterlegt. Die Registrierung ist nicht öffentlich einsehbar – die Bestimmungen des Trusts werden dabei nicht offengelegt.
8
2–8 Wochen
8. Einrichtung der Bankverbindung
Die Eröffnung eines Bankkontos auf den Namen des Trusts (bzw. des Trustees in seiner Eigenschaft als Trustee) ist in der Regel erforderlich, bevor Vermögenswerte entgegengenommen werden können. Banken wenden auf den Trust und seine Beteiligten ein eigenes KYC-Verfahren an, das weitgehend unabhängig vom Onboarding-Prozess des Trustees ist. Die Bank verlangt die Trusturkunde, die Lizenzangaben des Trustees sowie vollständige KYC-Unterlagen zu Settlor und Begünstigten (bzw. zum Trustee in deren Namen). Die Dauer variiert je nach Bank – für ein unkompliziertes Trust-Konto sind 3–6 Wochen eine realistische Erwartung.
Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung und stellen keine rechtliche, steuerliche oder aufsichtsrechtliche Beratung dar. Holen Sie stets eine auf Ihre Situation zugeschnittene fachliche Beratung ein.